Wissenswertes zum ÖAK-Diplom:

Quelle: Österreichische Akademie der Ärzte GmbH Juli 2015


Berufsbezeichnung: Facharzt/Fachärztin für Psychiatrie (und Neurologie)

FachärztInnen für Psychiatrie bzw. FachärztInnen für Psychiatrie (und Neurologie) haben das Studium der Medizin und eine mindestens sechsjährige fachärztliche klinische Ausbildung absolviert.


Berufsbezeichnung: Facharzt/Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin

Seit 2011 ist die psychotherapeutische Ausbildung verpflichtender integraler Bestandteil der Ausbildung zum Facharzt/zur Fachärztin für Psychiatrie und wird daher auch im Titel angeführt . Bis dahin absolvierten PsychiaterInnen eine psychotherapeutische Ausbildung oder Ausbildung in psychotherapeutischer Medizin (PSYIII)  fakultativ als zusätzliche Ausbildung und sind dadurch ebenfalls berechtigt, „psychotherapeutische Medizin“ im Titel zu führen.

Als ärztliches Fachgebiet umfasst die Psychiatrie alle Maßnahmen der Diagnostik, Behandlung , Prävention und Rehabilitation sowie die Begutachtung von psychischen Krankheiten einschließlich deren Erforschung und Lehre.


Psychiatrische Behandlung

In die psychiatrische Behandlung, welche körperliche, soziotherapeutische und psychotherapeutische Maßnahmen umfasst, fließen ein umfassendes medizinisches Wissen und die klinische Erfahrung mit allen Formen psychischer Erkrankungen ein.  Im Gegensatz zu PsychologInnen und PsychotherapeutInnen ohne medizinische Ausbildung klären FachärztInnen für Psychiatrie (und Neurologie) bzw. für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin auch ab, ob und wenn ja, welche  körperliche Erkrankungen dem seelischen Leiden zugrunde liegen. So wird z.B. bei einem depressiven Patienten neben der Abklärung der psychosozialen Ursachen auch untersucht, ob die psychischen Symptome auf körperliche Probleme zurückzuführen sind – beispielsweise auf eine Schilddrüsenunterfunktion, Blutarmut und oder andere somatische Erkrankungen. Diese Abklärung ist Voraussetzung für die Indikationsstellung und entsprechend dem Ergebnis erfolgt die Behandlung auf einer oder mehreren Ebenen, die meist parallel und vernetzt zur Anwendung kommen:
  • Somatotherapie: umfasst die medikamentöse Behandlung (Psychopharmaka-Therapie, z.B. Antidepressiva bei Depressionen, Neuroleptika bei Psychosen), aber auch weitere Verfahren wie z.B. die Wachtherapie (therapeutischer Schlafentzug z.B. bei Depression) oder die Lichttherapie bei saisonalen Depressionen.
  • Psychotherapie: behandelt gezielt mit Hilfe verbaler Interventionen auf der Grundlage einer therapeutischen Arbeitsbeziehung. Dabei finden wissenschaftlich anerkannte Verfahren systematische Verwendung.
  • Soziotherapie: Diese befasst sich mit der Beeinflussung der Interaktionen zwischen einem kranken Menschen und seinem sozialen Umfeld und umfasst Trainings- und Motivationsmethoden sowie Koordinierungsmaßnahmen, z.B. im Bereich der beruflichen Rehabilitation.

Quelle: ÖÄK Bundesfachgruppe Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin 11/2013



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